Deutscher Jugendfotopreis

Jan Schmolling - Projektleitung

Beim größten deutschen Fotocontest für Kinder und Jugendliche können junge Menschen die Themen, die sie bewegen, ins Bild setzen. Als Foto oder Montage, mit analogen oder digitalen Mitteln. Ob die Teilnehmer mit einer Spiegelreflexkamera, einer einfachen Kompakten oder dem Fotohandy fotografieren, spielt keine Rolle. Und es müssen auch keine "klassischen" Fotografien sein: digitale Bild-Erfindungen, virtuelle Szenarien und digitale Montagen sind ebenso gefragt. Die Themen sind frei wählbar, daneben gibt es jeweils ein festgelegtes Sonderthema. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Wie und wann ist der Jugendfotopreis entstanden?

Der Wettbewerb wurde vom Bundesjugendministerium erstmals 1961 ausgeschrieben und 1962 präsentiert. Impulsgeber war L.Fritz Gruber,  der damalige Leiter der photokina-Bilderschauen. Obwohl es den Begriff "Medienkompetenz" damals so noch nicht gab, hatten der Wettbewerb und  die Aktionen drumherum genau dieses Ziel: den bewussten und kreativen  Umgang mit Medien zu fördern. Und: jungen Leuten eine Chance zu geben,  Fotos auszustellen und Anerkennung zu bekommen.

Wie ist die Resonanz, und welche Rolle spielt beim Deutschen Jugendfotopreis die Nachwuchsförderung?

Bislang haben weit über 50.000 junge Fotografen am Wettbewerb teilgenommen. Somit zählt der Deutsche Jugendfotopreis zu den kontinuierlichsten und populärsten Angeboten in diesem Bereich. Schülern bietet er eine einzigartige vorberufliche Orientierung und Studierenden so manche Inspiration und nützliche Kontakte. Für viele war und ist der Wettbewerb ein Experimentierfeld und Sprungbrett für die berufliche Karriere im Medienbereich. Frühere Teilnehmer waren z.B. Katharina Bosse, Judith Samen, Wolfgang Volz, Uwe Ommer oder Andre Gelpke.

Wie und wann verläuft die Teilnahme an dem Wettbewerb?

Der Deutsche Jugendfotopreis wird derzeit alle zwei Jahre im Herbst ausgeschrieben, und zwar im "Zwischenjahr" der photokina. Einsendeschluss ist in der Regel im März des Folgejahres, die Preisverleihung und Ausstellung finden dann auf der photokina statt.

Was ist den Teilnehmern zu empfehlen und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen?

Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 25 sein, und sie dürfen (noch) nicht beruflich als Fotograf arbeiten. Die meisten Teilnehmer am Jugendfotopreis sind Schüler und Studenten.

Was ist das Ziel/der Grundgedanke des Jugendfotopreises?

Der Deutsche Jugendfotopreis hat als Bundeswettbewerb für Fotografie und Imaging mehrere Ziele. Er soll Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene motivieren, die Fotografie als eine ganz besondere Ausdrucksform zu entdecken und zu nutzen. Innerhalb des Imaging- Bereichs können die Grenzgebiete zwischen Fotografie, Grafik und Medienkunst ausgelotet werden.

Welche Kriterien werden herangezogen um die Fotografien zu bewerten bzw. welche Ansprüche müssen die Fotografien erfüllen.

Ein Kriterienkatalog im engeren Sinne existiert nicht, weil der Deutsche Jugendfotopreis die aktuelle Jugend-Foto-Kultur in ihrer gesamten Vielfalt und Qualität abbilden möchte. Für uns als Veranstalter zählt, was junge Fotografen thematisch, ästhetisch und medienspezifisch interessiert. Im Mittelpunkt steht aber schon die subjektive Sichtweise, der persönliche Blick auf die Welt. Bei älteren Teilnehmern, insbesondere wenn sie bereits studieren, ist auch die handwerkliche Umsetzung von Belang.

Warum sollte man an dem Wettbewerb teilnehmen?

Der Deutsche Jugendfotopreis ist viel mehr als nur ein Wettbewerb. Obwohl es viele Preise (im Gesamtwert von 14.000 Euro) zu gewinnen gibt, ist sein Forums-Charakter das wirklich Besondere. Junge Fotografen aus allen Teilen Deutschlands kommen hier zusammen, lernen sich kennen, machen zusammen Workshops. Daraus ergeben sich Kontakte, die Jahre später immer noch halten und nicht selten zu wichtigen Netzwerken und kreativen Teams führen. Echte Begegnungen, unmittelbarer Austausch und die Fachgespräche mit den Workshop- Referenten und Jurymitgliedern haben eben eine stärkere Intensität als Kommentare in Online-Communities.