Literatur

Kunsthalle Bielefeld: Das Foto als autonomes Bild, Bielefeld 1989

 

Zeitschrift PHOTONEWS, Hamburg (monatlich)

 

Zeitschrift European Photography,Göttingen (halbjährlich)

sowie diverse Ausstellungskataloge

 

Kunst in der Fotografie

Der Kunstcharakter der Fotografie stand lange Zeit zur Diskussion. Sie wurde vielmehr als Handwerk weniger jedoch als Kunstform angesehen. So sagte Henri Cartier-Bresson einst über den Zusammenhang zwischen Kunst und Fotografie: „Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen muessen.“

Fotografie als Form der Kunst anzusehen war nicht immer so selbstverständlich wie es heute der Fall ist. Sie musste als Kunstform immer um Anerkennung kämpfen. Diese erlangte sie erst durch die Ausstellung Camera Work von Alfred Stieglitz. Nach der „Weltausstellung der Fotografie“ im Jahre 1964, bei der 555 Fotos und 264 Fotografen aus 30 verschiedenen Laendern zu sehen waren, wurde die Fotografie als Kunstform vollwertig anerkannt. Um dieses neue Ansehen zu bekraeften, gab es den Pictorialismus, eine Stilrichtung, die beweisen sollte, das Fotografie ein vollwertiges kuenstlerisches Ausdrucksmittel ist.

Zudem wurde der künstlerische Aspekt der Fotografie auch an den Hochschulen gefördert. Bernd Becher übernahm 1976 an der Kunstakademie Düsseldorf eine Professur für Fotografie und arbeitete sehr eng mit seiner Frau Hilla Becher zusammen. Sie bildeten zusammen viele fotografische Persönlichkeiten aus, die heute aus internationaler Sicht herausragende Vertreter sind. Dazu zählen u.a. Thomas Ruff, dessen Werke stets eine besondere Größe aufweisen, Candida Höfer und als wohl erfolgreichster Becher Schueler, Andreas Gursky. Seine, ebenfalls besonders groß dargestellten Werke, beschäftigen sich meist mit Motiven der modernen Zeit, Großveranstaltungen und der globalisierten Welt. Auch Axel Hütte und Jörg Sasse zählen zu den wohl bekanntesten Becher Schülern.

Der künstlerische Ansatz in der Fotografie liegt darin, dass die grafischen Aspekte der Motive betont werden müssen. Es gilt, die Fotografie als künstlerisches Medium herauszustellen, mit Hilfe von Abstraktion und Verdichtung. Mit abstrakter Bildgestaltung meint man die Darstellung von Objekten, die auf der Fotografie nicht mehr als solche direkt erkennbar sind. Auch Personen können hierbei nur als gestalterisches Mittel fungieren. Auch die Dokumentation von Kunstobjekten durch die Fotografie kann wiederum zu einer eigenen Form der Kunst werden. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen Christo, Jean-Claude und deren Fotograf Wolfgang Volz.