Literatur

Busch, Bernd: Belichtete Welt: Eine Wahrnehmungsgeschichte der Fotografie, München 1989

 

Frizot, Michel: Neue Geschichte der Fotografie (historischer Abriss, Schwerpunkt 19. Jh. und erste Hälfte 20. Jh.) ISBN: 3-8290-1327-2, Köln 1998

 

Amelunxen, Hubertus von: Fotografie nach der Fotografie (digitale Bildwelten) u.a. (Hg.), ISBN: 3-364-0031-0, München 1996

 

 Maar, Christa u.a.: Iconic Turn – Die neue Macht der Bilder, Köln 2004

Geschichte der Fotografie nach 1945

Die Geschichte der Fotografie seit 1945 hat sich bis heute stets weiterentwickelt und neue Richtungen eingeschlagen. Begonnen mit der subjektiven Fotografie, über die moderne sowie postmoderne Fotopraxis und Fotografie der 60er, 70er und 80er Jahre bis hin zur digitalen Fotografie reicht das große Spektrum ihrer Geschichte.

Betrachtet man die Fotografiegeschichte seit 1945 chronologisch, springt zunächst der Begriff der subjektiven Fotografie ins Auge. Die subjektiven Fotografie entsprang den 1950er Jahren einer Ausstellung in der Schule für Fotografie und Handwerk (Saarbrücken). Der Gedanke dahinter war die rein bildgestalterische Fotografie. Der zu fotografierende Gegenstand sollte nicht nur objektiv, sondern auch unter Berücksichtigung der individuellen Sichtweise wiedergegeben werden. Aus diesem Grund kennzeichnen vor allem fotografische Experimente, wie Fotogramme die subjektive Fotografie.

In der modernen Fotopraxis sollte der Fotograf Bilder „finden“ das heißt, Realitätsausschnitte ablichten und bestmöglich nicht verändern. Die sachliche Wiedergabe von Gegenständen stand also im Vordergrund. Dies implizierte, dass Fotos klar, scharf, form- und detailgetreu wiedergegeben wurden. Negative und Abzüge durften nicht manipuliert werden und sollten eine möglichst reiche Skala an Grauwerten aufzeigen. Die kreative Leistung in solchen Arbeiten lag insbesondere darin, ein geeignetes Motiv zu wählen und dieses fotogerecht wiederzugeben.

Die postmoderne steht im Widerspruch zur modernen Fotopraxis. Fotos wurden erfunden oder inszeniert. Die Manipulation von Negativ und Abzug war erlaubt und sogar willkommen. Somit lag die kreative Leistung in der Untergrabung vom traditionellen Anspruch des Kamerabildes auf Wahrheit, Objektivität und Realismus.

Die Geschichte der Fotografie führt nun in die 60er Jahre. Hier trat zum einen die Aktionskunst in den Vordergrund, in der Happenings oder Events, wie Prinzipien des Theaters, aufgegriffen und fotografisch festgehalten wurden. Zum anderen entstand die Medienreflexion in der direkten Fotografie. Das Kamerabild wurde neu belebt und man versuchte, die Realität möglichst authentisch wiederzugeben.

In den 70er Jahren wurden Bildideen mit fiktivem Charakter authentische Züge verliehen. Konzeptuelle Fotografie im weiteren Sinn entstand. Der Neo-Surrealismus, der den Gegensatz zur Wirklichkeitstreue darstellt, narrative Elemente, in denen Thematiken der Arbeiten spielerischer und narrativer wurden und die Foto-Performance, die der Dokumentarfotografie gleicht. Farbfotografie, die lange Zeit verpönt war, erlebte in diesem Zeitraum einen Aufschwung, geleitet durch die Neugierde, mit diesem Gestaltungsaspekt zu experimentieren.

In den 80er Jahren rückten Selbstinszenierungen, narrative Tableaus, Miniaturbühnen, Still-Leben und das Ablichten von Skulpturen in den Vordergrund. Später spielte die künstlerische Fotografie eine große Rolle. Genutzt wurde sie entweder als rein künstlerisches Ausdrucksmittel oder zum Erzielen aufklärerischer, sozialkritischer oder politischer Wirkungen. Diese sollte nicht zwingend die Wahrheit abbilden, sondern vielmehr den Moment interpretieren.

Heutzutage spielt der Paradigmenwechsel von der analogen zur digitalen Fotografie eine wesentliche Rolle, dessen Vor- und Nachteile nach wie vor diskutiert werden.