Bildjournalismus

Der Bild- oder Fotojournalismus setzt sich zum Ziel, über Hintergründe in Politik, Kultur und anderen Bereichen von gesellschaftlichem Belang zu berichten. Verwendet wird der Fotojournalismus zur Illustration von Texten oder in ausschließlich bildhafter Form. Gekennzeichnet ist der Bildjournalismus durch den zeitlichen Bezug zur Abfolge eines Ereignisses, das Bemühen um Authentizität und einen Erzählcharakter zusammen mit anderen Methoden der Reportage.

Seit der Erfindung der Daguerreotypie 1839 ist die Menschheit fasziniert von detailreichen Bildern in Kleinformat. Man begeisterte sich für einfache Straßenszenen, Landschafts- und Porträtaufnahmen, hatte aber bald das Bedürfnis nach mehr. Immer mehr Fotografen zogen in Metropolen oder in die Wildnis und dokumentierten ihre Erlebnisse. Die Anfänger im Fotojournalismus mussten jedoch um Ansehen kämpfen, sie galten vielmehr als Handlanger der Reporter und hatten somit einen schlechten Ruf.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte sich das Foto in der Presse endgültig durchsetzen. 1936 erschien in New York eine neue Wochenzeitschrift: "Life". Das revolutionäre Konzept waren nicht die Artikel, sondern die Bilder standen im Mittelpunkt. "Life" wurde zum Prototypen eines neues Magazinformats, das weltweit kopiert wurde. Es blieb 35 Jahre lang die unangefochtene "Nr.1" des Bildjournalismus. Fortan rissen sich die Fotografen darum, für "Life" zu arbeiten. Denn wer dort abgedruckt wurde, "hatte es geschafft". Die Stars des Kultblattes waren immer auf der Suche nach dem ultimativen Bild. Einige der "Life"-Stars misstrauten allerdings den neuen Zwischenhändlern und hoben 1947 ihre eigene, unabhängige Agentur aus der Taufe: die "Photokooperative Magnum".

Andrej Reiser spricht im Frühjahr 1982 die besten freien Mitarbeiter des Bildjournalismus in der BRD an um sie für seine Idee einer Fotografen Agentur zu gewinnen. Trotz Skepsis fanden sich im gleichen Jahr 14 weitere Kollegen zum "Bilderberg" zusammen. Hier zeigte man sich seine Arbeiten und ließ sich unter Umständen auch hart kritisieren. Die Agentur kann es sich erlauben, ihre Fotografen über Monate auf ein Thema anzusetzen, um die Geschichte erst viel später anzubieten und zu verkaufen. Zudem bot sie für die Fotografen die Chance, eigene Ideen zu verwirklichen, anstatt sich nach den Vorstellungen der Zeitschriftenredakteure zu richten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zum Berufsfeld eines im Fotojournalismus tätigen Fotografen mehr zählt, als Bilder zu machen. Sie müssen auch im Vorfeld Recherche betreiben und die meisten von ihnen vermarkten das fertige Material abschließend auch selbstständig. Jedoch muss man auch die Situation der Bildjournalisten berücksichtigen, die sich in den  letzten Jahren sehr verändert hat. "Heute kränkelt die Branche und die bestehenden Magazine leiden unter Sparzwang. Man muss daher seine Fähigkeiten in der Fotografie und auch seine Vorstellung vom zukünftigen Beruf erweitern." (Roman Bezjak, Photonews – Zeitung für Fotografie, September 2002, S. 22).